Am 19.12.2025 machten wir (Olaf und ich) uns in unserem Balu (Pilote G700C) auf den Weg Richtung England. Wir wollten rechtzeitig an der Fähre in Calais ankommen und hatten die Vorteile vom wenigen Verkehr auf den Autobahnen bedacht. Also ging es los. Von Deutschland (Remagen) über Belgien nach Calais in Frankreich. Noch vor 7:50 Uhr erreichten wir den Hafen, konnten einchecken und wurden Zeugen des wohl alltäglichen Wahnsinns vor den Check-in Schaltern. Aus zunächst zwei Reihen von PKW, Vans und Wohnmobilen wurden plötzlich vier. Ein PKW-Fahrer, der sich unbedingt noch vor uns setzen wollte und durch sein Verhalten nicht nur unser Unverständnis auf sich zog, musste dann schließlich feststellen, dass ihn auch andere PKW-Fahrer nicht vorbei ließen. Beim ersten Veruch an uns vorbei zu kommen, passte nicht einmal mehr eine Hand zwischen unsere Fahrzeuge. Kopfschüttelnd und leicht genervt gelangten wir endlich zum einzigen offenen Check-in Schalter.
Anschließend wurden wir für eine kurze Fahrzeugkontrolle angehalten und konnten den Beamten durch den Blick ins Innere von unserem Balu und dessen Heckgarage nachweisen, dass wir keinen zusätzlichen, illegalen Passanten dabei hatten.
Jetzt hieß es: Boading - ab auf's Schiff, raus aus dem Wohnmobil und hoch auf das Deck.
Zum Frühstück gab es ein eher entäschendes Breakfast Bap. Ein trauriges, weiches Brötchen umhüllte ein in die Hälte geschnittenes Pork Saussage auf dem eine blasse Scheibe Bacon seinen Platz gefunden hatte. Ich pulte mühselig den großzügigen Fettrand vom Bacon ab und hoffte dem Ganzen durch eine Portion Ketchup wenigstens ein bisschen Pfiff zu geben. Leider ohne Erfolg. Nun ja ... zumindest war der Kaffee heiß.
Der Rest der Überfahrt war angenehm und kurzweilig. Nach ca. 1,5 Stunden Überfahrt legte die Fähre im Hafen von Dover an.
Unsere erste Nacht in England.
Mittlerweile waren wir schon einige Stunden unterwegs und an Schlaf war noch nicht zu denken.
Da wir auf dem Weg nach Schottland noch ein paar Stopps machen wollten und Olaf bisher noch nie Stonhenge gesehen hatte, entschlossen wir uns für eine Übernachtung auf dem Campingplatz Coombe Caravan Park in Salisbury. Gefunden hatte ich den Platz über die ACSI App. Für eine Übernachtung inkl. Ver-und Entsorgung sowie einen Stromanschluss am Platz, bezahlten wir £ 27,50, was umgerechnet ca. 34 € sind. Wir fanden einen absolut gepflegten Campingplatz vor, saubere Sanitäranlagen und würden diesen Platz auf jeden Fall weiterempfehlen. Er liegt direkt neben einer Pferderennbahn und bietet vom Zeltplatz aus eine unbeschreibliche Aussicht über die umliegende Landschaft.
Unser Stellplatz für die Nacht.
Blick auf die Mobilheime und Zeltwiese.
Die Einfahrt mit der Rezeption (re.).
Die sanitären Anlagen.
Der Aufenthaltsraum mit Küche zur freien Verfügung.
Da wir zum Zeitpunkt unserer Ankunft schon sehr müde waren, beendeten wir den Tag früh und lagen bereits um 20 Uhr im Bett.
Um 11 Uhr mussten wir den Campingplatz wieder verlassen, entleerten vorher noch unsere Chemietoilette, den Grauwassertank und füllten außerdem noch unseren Frischwassertank auf.
Dann ging es zu Stonehenge.
Wir fanden eine Parkmöglichkeit auf dem anliegenden Parkplatz £ 3,50 und kauften uns ein Eintrittsticket am Schalter. Schlau wie wir sind, kauften wir uns natürlich gleich ein 9-Tages-Ticket. So erhielten wir die Möglichkeit innerhalb der nächsten neun Tage alle Sehenswürdigkeiten anzuschauen, die das British Heritage zu bieten hat. Es hat uns auch nur £ 99 gekostet. Spoiler: Sechs Tage später, nachdem wir schon seit vier Tagen in Schottland waren, haben wir nicht einmal mehr eine Sehenswürdigkeit besucht. Hat sich ja gelohnt ... nicht. Grundsätzlich finden wir die Idee eines solchen Tickets wirklich sehr sinnvoll. Allerdings sollte man seine Reiseroute dann auch dementsprechend planen.
Die Reise geht weiter - Telford, wir kommen.
Zurück in Balu gab es erst einmal ein Mittagessen. Was geht schnell zuzubereiten und schmeckt eigentlich immer? Richtig. Nudeln mit Tomatensoße.
Anschließend ging es über die wirklich schlechten Straßen Englands in Richtung Telford. Ich möchte hinzufügen, dass wir die App des ADAC nicht empfehlen können. Auf dieser Route führte sie uns zum ersten Mal an ein falsches Ziel. Doch dank anderer Möglichkeiten fanden wir den Parkplatz des Pubs "The Red Lion" in Telford (Wellington), bei dem wir im Vorfeld telefonisch nachgefragt hatten, ob wir uns für eine Nacht hinstellen können. Sehr freundlich bejahte man unsere Anfrage und als wir ankamen, kehrten wir noch auf ein Guinness und ein Strongbow (Cider) in dem Pub ein.
Auf dem Parkplatz verbrachten wir eine ruhige Nacht und machten uns am nächsten Morgen auf den Weg nach Liverpool.
Liverpool - here we come!
Mittels der ACSI App konnten wir einen super Stellplatz direkt an den Docks in Liverpool finden. Leider funktionierte das Buchen vorab nicht, wobei ich mir durchaus vorstellen kann, dass es auch am Bediener (also an mir) lag. Nichtsdestotrotz war die Dame am Empfang der Marina sehr freundlich und zuvorkommend und buchte für uns einen Stellplatz für zwei Nächte.
Leider gab es auf dem Stellplatz keinen Stromanschluss, doch Balu kann ja zum Glück auch für ein paar Tage autark stehen. Zukünftig sollten wir jedoch besser unseren Stromverbrauch im Auge behalten, was sich nach den beiden Nächten zeigte. Dazu aber später mehr ...
Nachdem wir nun eingecheckt hatten und die Fensterscheiben verdunkelt hatten, machten wir uns zu Fuß auf den Weg zu den Docks. Vorbei am Albert Dock, über einen Weihnachtsmarkt, der uns eher an eine Kirmes erinnerte, in das Stadtzentrum. Auf dem Weg mussten wir natürlich noch ein paar Fotos machen:
Nun ging der erste Abend in Liverpool schon zu Ende und wir verbrachten eine schöne, ruhige Nacht in unserem Balu. Gegessen hatten wir übrigens bei McDonalds, da Olaf unbedingt den Double Big Tasty probieren wollte. Interessant war da auch der Weg zu den Toiletten, da man gefühlt durch zwei verschiedene Gebäude laufen musste. Zum Glück fanden wir den Weg raus aber doch noch und liefen zurück zur Marina durch die gut gefüllten Straßen der Innenstadt von Liverpool.
Am nächsten Morgen ließen wir es erst einmal ruhig angehen. Wir hatten geplant die Stadt weiter zu erkunden, landeten zuerst beim Baltic Market, gingen dann weiter zur Liverpool Cathedral und aßen später noch zum ersten Mal bei Taco Bell, bevor wir einen zweiten Weihnachtsmarkt in der City fanden. Hier stellten wir fest, dass wir Deutschen auf sehr hohem Niveau jammern, wenn es um die Preise auf Weihnachstmärkten geht. £ 9 für eine German Bratwurst und £ 6,50 für einen Becher Glühwein oder ein Crêpes mit Lemon und Sugar hat uns nicht nur den Appetit sondern auch die Sprache verschlagen. Auch auf diesem Weihnachtsmarkt kam ein starkes Gefühl von Kirmes auf und Dank der empfindlichen Preise der angebotenen Waren, machten wir uns langsam wieder auf dem Weg zurück zum Wohnmobil.
Liverpool Cathedral - Britanniens größte Kathedrale
"Weihnachtskirmes" in Liverpool
Auf nach Schottland
An Heiligabend setzten wir unsere Reise fort. Bis zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, was wir auf der Fahrt durch Schottland noch erleben werden.
Wir fuhren Richtung Glasgow und fanden Dank Brit Stops einen terrassenförmig angelegten Stellplatz, den wir für eine Nacht nutzen konnten. Für diesen Platz zahlten wir £ 15 inklusive Ver- und Entsorgung. Strom gab es leider nicht, was wir am nächsten Morgen schon bereuen sollten. Natürlich war das abendliche TV Programm mal ganz nett für zwischendurch, allerdings wachten wir am nächsten Tag auf und mussten feststellen, dass unsere Aufbaubatterie komplett leer war. Und das am ersten Weihnachtstag, einer der beiden Tage, wo im Grunde nichts in UK geöffnet hat. Nun findet also mal eine Gelegenheit Strom aufzuladen, so dass man zumindest mal die Trittstufe einfahren kann ... Fehlanzeige. Also ging es, wobei wir doch eigentlich direkt zum Loch Lomond fahren wollten, erst einmal auf einen Campingplatz in Bishopton (nahe Glasgow). Beim Verlassen der Terrasse mit Balu stockte uns kurz der Atem. Die Auf- bzw. Abfahrt war so steil und schräg, dass wir die Angst hatten gleich umzukippen. Zum Glück passierte aber nichts. Die Trittstufe ging bis zum Erreichen des nächsten Campingplatzes übrigens nicht einzufahren. Nette Schotten hatten uns freundlicherweise mehrfach darauf hingewiesen. An einer Raststätte mussten wir feststellen, dass auch hier am heutigen Feiertag nicht geöffnet wurde. Demnach gab es für uns wieder keine Möglichkeit nur mal eben kurz an eine Steckdose zu kommen, so dass die Trittstufe eingefahren werden konnte. Selbst an der anliegenden Tankstelle gab es auf unsere Nachfrage hin keine Chance. Also kauften wir zwei überteuerte Kaffees und machten uns weiter auf den Weg nach Bishopton. Kurz darauf stieß ich übrigens meinen Kaffebecher um, so dass sich sein Inhalt komplett im Fußraum der Beifahrerseite verteilte. Ich war dem Wahnsinn in dem Moment noch nie zuvor so nah und brach in schallendem Gelächter aus. Also, dachte ich, viel schlimmer kann es ja jetzt nicht mehr werden. Weit gefehlt ...
Weil es auf dem Ingliston Country Club Caravan Park so gepflegt und ruhig war, entschieden wir uns dazu zwei Nächte dort zu verweilen. Hier bekamen wir Strom am Platz und wollten die Gelegenheit nutzen die Batterie einmal wieder komplett aufzuladen. £ 35 pro Nacht, also umgerechnet ca. 40 €. Am Loch Lomond hätten wir übrigens nichts bezahlt. Dort hätten wir aber natürlich auch wieder keinen Strom gehabt.
Also erkundeten wir am ersten Abend zu Fuß Bishopton und kauften in einem kleinen Laden noch ein paar Kleinigkeiten wie Milch und Frischhaltefolie.
Auf dem Weg zum Campingplatz in Bishopton, irgendwo in Schottland.
Als wir unsere erste Nacht hinter uns gebracht haben, machten wir uns schon früh auf den Weg zum Bahnhof in Bishopton. Wir hatten vorsorglich unsere Wanderschuhe angezogen, weil wir wussten, dass wir an diesem Tag sehr viel laufen würden. Die Fahrt mit dem Zug ging nach Glasgow zur Central Station. Von da aus gerieten wir immer wieder in Souvenirshops, wo wir mal wieder ein paar Britische Pfund loswerden konnten. Unsere Ziele für den Tag waren unter anderem: Die Glagow Cathedral mit der anliegenden Necropolis, die Glasgow University und das "Hobbit Pub". Am Ende des Tages hatten wir 27000 Schritte auf der Uhr, Schmerzen in den Schienbeinen und waren aber um viele Eindrücke reicher. Was für ein Tag!
Leider konnten wir uns die Kathedrale nicht von innen anschauen, da sie nicht geöffnet hatte.
Glasgow University ... oder DER Ort für Harry Potter Fans.
"Waxy's", das Pub, welches wirklich an eine Hobbithöhle erinnert.
Planänderungen und der Zugewinn weiterer grauer Haare
Am folgenden Morgen machten wir uns und anschließend Balu fertig für die Weiterreise. Unser Stromproblem hatte sich glücklicherweise in Luft aufgelöst, dafür zeigte unsere Truma Combi 4 immer wieder verschiedene Fehlermeldungen (E517H, E507H und einmal auch E516H) und stellte ihren Dienst ein. Wir kontrollierten gewissenhaft, dass alle Gasleitungen offen waren und versicherten uns, dass die angeschlosse Gasflasche noch genügend Inhalt hatte. Vorsichtshalber tauschten wir die noch nicht leere Flasche trotzdem gegen unsere letzte volle Gasflasche aus und hofften, dass die Heizung dann wieder funktionieren würde. Leider hatte uns unser Glück anscheinend verlassen. Nichts ging mehr. Jetzt waren wir uns sicher, dass wir nicht nach Loch Lomond fahren werden, da wir zumindest wieder einen Stellplatz mit Stromversorgung haben müssten, falls die Battetie sich eventuell doch noch wieder entscheiden würde leer zu werden. Schade, da wir gerne am Loch Lomond kostenlos ein bis zwei Nächte auf einem öffentlichen Parkplatz gestanden hätten, der von Oktober bis April als Übernachtungsmöglichkeit genutzt werden darf. Ohne funktionierende Heizung machte es aber definitiv keinen Sinn. Also ging die Reise Richtung Edinburgh und wir entschlossen uns, dank der Camping-App EU, einen Campingplatz in der Nähe von Sterling anzufahren. Als wir dort angelangten, wurde uns vom Betreiber mitgeteilt, dass der Platz geschlossen ist. Okay, wir hatten uns schon gewundert, dass sonst auch niemand auf dem Platz stand. Etwas traurig machte es uns schon, weil der Campingplatz einen sehr schönen und gepflegten Eindruck machte. Mit dem Hinweis, dass ein anderer Campingplatz etwas weiter die Straße herunter geöffnet hat, fuhren wir also weiter Richtung Alloa und erreichten den "The Woods" Campingplatz, wo wir uns selbst einen schönen Stellplatz aussuchen durften. Bei der Anmeldung an der Rezeption buchte ich bei der wirklich sehr freundlichen Betreiberin direkt für zwei Nächte unseren selbstgewählten Platz und berichtete ihr von unserem Problem mit der defekten Heizung. Nachdem ich zunächst Mitleid für unsere Situation bekam, bekamen wir zur Überbrückung einen elektrischen Heizlüfter von ihr. Einen passenden Adapter, sagte sie, würde ihr Mann später noch zu unserem Platz bringen. Gut, fürs erste hatten wir dann ja schon mal wenigstens ein bisschen Wärme im Wohnmobil und die Außentemperaturen von ca. 5 Grad waren zu dem Zeitpunkt auch nur noch halb so tragisch. Vorerst. Ich ging zurück zum Wohnmobil und hatte plötzlich eine Idee. Wir könnten doch die Klimaanlage benutzen um warme Luft zu erzeugen. Olaf freute sich sichtlich über meinen Einfall und stellte die Klimaanlage sofort an. Die Stromversorgung hatte er nach Ankunft ja schon sichergestellt. Ein paar Stunden später und weiterhin ohne Adapter für den Heizlüfter waren wir uns sicher, dass man uns vergessen hatte. Es dauerte etwa noch eine Stunde bis es plötzlich klopfte. Der Betreiber stand vor der Tür und entschuldigte sich, dass er tatsächlich vergessen hatte den Adapter zu uns zu bringen. Egal, dachten wir, Hauptsache es wird endlich wieder richtig warm in Balu. Einen Abend funktionierte die Sache mit dem Heizlüfter ganz gut. Beim Frühstück fiel uns irgendwie ein komischer Geruch auf, zuerst mir, aber ich dachte, dass das eventuell vom Heizlüfter kam. Einen ganzen Moment später stellte Olaf dann mit Erschrecken fest, dass der Adapter sich mit dem Verlängerungskabel verschmolzen hatte. 2000 Watt schien dem kleinen Adapter nicht gut zu tun. Okay ... das positive daran: Es hat nicht gebrannt. Jetzt war unser Heizungsproblem allerdings wieder aktueller denn je. Wir kamen auf die Idee, dass wir uns vielleicht eine neue Gasflsche besorgen sollten. Im World wide Web liest man unter anderem, dass eine Fehlermeldung der Heizung auch entstehen kann, wenn der Butangehalt in der Gasflasche zu hoch ist. Man hält sich in solchen Momenten einfach an jedem Strohhalm fest. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Vom Betreiber des Campingplatzes erfuhren wir, dass wir bei B&Q (Baumarkt) eine Gasflasche bekommen könnten. Also fuhren wir mit Balu nach Stirling. Im Geschäft kauften wir uns zunächst einen Mini-Radiator mit einer 500 Watt Leistung und einen augenscheinlich qualitativ hochwertigeren Adapter. Der Mann an der Kasse schaute etwas irritiert drein, als wir ihm sagten, warum wir eine Propangasflasche und nicht die Butangasflasche kaufen wollten, da Propan ja eigentlich nur für BBQs gedacht ist. Einen passenden Anschluss für die Flasche gab es bei B&Q nicht, weshalb wir die Propangasflasche also doch noch nicht kauften. Nun war guter Rat teuer. Wo bekommen wir in Schottland eine Gasflasche, die wir dann auch noch bei uns im Wohnmobil anschließen können? Google gab uns die Antwort: Russell Gas & Mower Centre in Stirling. Dort bekamen wir also endlich unsere neue Gasflasche, mussten allerdings noch einen zusätzlichen Schlauch dazu kaufen. Der Geschäftsführer schloss uns die neue Flasche an und ich bezahlte eine Rechnung von £ 135. £ 70 kostet die Anschaffung der Tauschflache, £ 50 die 13 kg Gas und £ 15 der neue Schlauch inkl. Anschluss. Aber watt willste machen?!
Jetzt waren wir also gut ausgestattet und fuhren zurück zum Campingplatz.
Wir fanden heraus, dass so ein Mini-Radiator wohl eher für dekorative Zwecke geeignet ist, da unsere Heizung immer noch nicht funktionierte. Die Verzweiflung wuchs minütlich.
Wir hatten vor dem Verlassen des Ingliston Country Clubs online nach Hilfe gesucht und stießen auf Matthew, scheinbar ein Experte, wenn es um den Service und die Reperatur von Truma Heizungen geht. Leider konnten wir nicht zu ihm in die Werkstatt kommen, da eigentlich alle Werkstätten für Wohnmobile zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen haben. Dennoch rief er, nachdem wir zunächst Kontakt per Mail hatten, per Facecall an und versuchte geduldig den Grund für die Fehlermeldungen unserer Heizung herauszufinden. Er kam zu dem Ergebnis, dass wir ein neues Magnetventil benötigen, was, nach eigener Recherche ca. £ 250 gekostet hätte, plus Einbau. Okay, unser Glück hatte uns nun wirklich verlassen. Dennoch empfahl Matthew uns einen weiteren Heizlüfter, damit wir die nächsten Nächte wenigstens nicht erfrieren müssen. Gut. Wir sind dann nochmal los und besorgten uns den empfohlenen Heizlüfter (1000 - 2000 Watt) und ein neues Verlängerungskabel und empfanden uns als sehr mutig, als wir das Teil dann später auf dem Campingplatz in Betrieb nahmen.
Nach einer weiteren, sehr kalten Nacht (die Temperaturen sanken in der Nacht auf -2 Grad) versuchten wir wirklich alles! Ich rief zunächst beim Truma Service Deitschland an. Obwohl die nette Dame uns auch nicht wirklich helfen konnte, meinte sie jedoch, dass der Fehler wohl an dem Druckmindere liegen würde. Wir googelten jetzt einfach nach allen Werkstätten in der Nähe und wurden tatsächlich fündig. Ein freundlicher Mitarbeiter von Dicksons Motorhomes in Edinburgh erklärte uns, dass wir gerne in die Werkstatt kommen könnten, was wir dann natürlich auch taten. Nachdem ein Mechaniker wieder einmal auf Fehlersuche ging und es fast schon so aussah, als ob wir eine ganz neue Heizung bräuchten, kam Olaf auf die uns rettende Idee. Da die Frau vom Truma Service ja sagte, dass es am Druckminderer liegen kann, schlug er vor diesen einfach auszutauschen. Leider hatte die Werkstatt natürlich keinen originalen Truma Druckminderer vorrätig und würde vor dem 3. Januar auch keinen mehr bekommen können. Da war es also ... das Licht am Horizont ... leider scheinbar weiterhin unerreichbar. Doch so einfach gab sich der Mechaniker nicht geschlagen. Er versuchte die Heizung mit einem anderen, gebrauchten Druckminderer zum laufen zu bringen. Diesmal funktionierte es auf Anhieb. Olaf und ich bekamen einen heißen Tee und durften im Personalraum warten, bis er mit einem neuen Druckminderer zurückkam und diesen in unser Fahrzeug einbaute. Eine Stunde später und £ 285 weniger auf meinem Bankkonto lief die Heizung endlich wieder und wir fuhren überglücklich zur Park & Ride Station Ingliston, um von dort aus mit der Tram in die Innenstadt von Edinburgh zu fahren. Jetzt erst konnten wir beginnen unseren verdienten Urlaub endlich wieder zu genießen. Edinburgh ist eine wahnsinnig schöne Stadt und wir finden es äußerst schade, dass wir nur sehr wenig Zeit hatten sie ausgiebig zu erkunden. Wir kommen aber auf jeden Fall nochmal wieder! Das nächste Mal aber definitiv im Sommer.
Unser Stellplatz auf dem Campingplatz "The Woods".
Während ich krampfhaft versuchte mich an der Tasse Tee aufzuwärmen, vertrieb Olaf sich die Zeit mit Dart.
Vom Haymarket sind wir zu Fuß Richtung Princess Street gelaufen.
Wir sind über den Weihnachtsmarkt im Princess Park gelaufen und mussten erneut feststellen, dass die Preise der Würste und Co auch hier wieder so hoch waren.
Auf dem Weg zur berühmten Victoria Street. Sie ist noch schöner, als auf Social Media beschrieben.
Absolut zu empfehlen ist das Essen und das Ambiente im OX184 in Edinburgh. Wahnsinnig lecker. Ein bisschen enttäuscht waren wir vom Nachtisch (Kitchen sink), da hatten wir uns doch etwas ganz anderes vorgestellt. Dennoch war das Eis lecker.
Auf dem Rückweg zur Tram Station Princess Street konnten wir noch einmal das bunte Treiben im Princess Park bewundern.
Frohes neues Jahr aus Schottland!
Bevor wir uns am Neujahrstag auf die Rückreise gemacht haben, hatten wir uns ein paar Tage zuvor für Silvester noch einen Tisch im "The Woodsman" reserviert. Das kleine Restaurant befindet sich direkt an der Einfahrt zum Campingplatz. Olaf und ich wählten beide das gleiche 3-Gänge Menü, bestehend aus einer Vorspeise (überbackenes Haggis), der Hauptspeise (Steak und Chips) und dem Nachtisch (Hot Chocolate Fudge Cake mit Vanilleeis). Im Vergleich zum Essen im OX184 in Edinburgh konnten Vor- und Hauptspeise nicht mithalten. Nur der Nachtisch hat den vom OX um Längen geschlagen.
Vor lauter Hunger haben wir beide ganz vergessen die Hauptspeise zu fotografieren.
Der erste Tag der Rückreise
Wie immer geht so ein Urlaub viel zu schnell vorbei. Allerdings muss ich schon sagen, dass Olaf und ich uns einig sind, dass die ganzen Aufregungen der letzten Tage, uns echt geschafft haben.
Am 1.1.26 machten wir uns also so gegen 12 Uhr mittags wieder auf den Weg nach England (Telford), um von dort meinen Sohn abzuholen, der Weihnachten und Silvester bei seinem Vater verbracht hat.
Da wir noch tanken mussten, hielten wir an der nächsten Tankstelle an und fanden die Möglichkeit noch ein bisschen Wäsche zu waschen. Wie praktisch. Kann man ja mal ausprobieren.
Während wir nun auf unsere Wäsche warteten beschlossen wir noch ein spätes Frühstück zu genießen. Es gab selbstgemachte Breakfast Baps - und diesmal so, wie ich es mir vorgestellt hatte - ergänzt durch Spiegeleier.
Nun konnte die wilde Fahrt gestärkt weitergehen.
Unterwegs hielten wir zufällig an derselben Raststätte wie an dem Tag, als wir mit unserer nicht einzufahrenden Trittstufe unterwegs waren. Dieses Mal hatte die Raststätte widererwartend geöffnet. Wir nutzten die Gelegenheit um die Örtlichkeiten aufzusuchen und holten uns noch Kaffee für die Fahrt. Diesmal jedoch nicht an der Tankstelle für überteuerte £ 8, sondern bei Costa für £ 11. Man gönnt sich ja sonst nichts ... okay, wir haben dann auch noch jeder eine Süßspeise (Millonairs shortbread und Dubai-Schokoladengebäck) für fast £ 9 gekauft und somit hat Olaf insgesamt fast £ 20 für unsere Nervennahrung bezahlt. Beim nächsten Halt in England gab es einen Fahrerwechsel und wir sind dann auch endlich gegen 22 Uhr in Telford angekommen.
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